|
4. Die Sauna
ist ein Ganzkörperheißluftbad mit Lufttemperaturen zwischen
60 und 95 °C mit anschließender Kaltwasserapplikation als
Guß, Dusche oder Tauchbad. Sie ist somit Teil der Reiztherapie
im Sinne von Kneipp und keine "Schwitzkur". Diese sehr beliebte
Therapieform wirkt sehr anregend auf den Kreislauf und den
Stoffwechsel. Gleichzeitig werden bei Serienanwendung die
Funktionen der Haut und Schleimhaut, der Drüsen und des Immunsystems
gestärkt, es kommt zur Senkung einer erhöhten Puls- und Atemfrequenz
sowie eines leicht erhöhten Blutdrucks. Ein erniedrigter Blutdruck
wird dagegen erhöht.
Die vielseitige Wirkung spiegelt sich im Krankheitsspektrum
wider, bei dem die Sauna helfen kann. Zu ihnen gehören chronische
und degenerative Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates,
rheumatische Krankheiten, Infektanfälligkeit, Atemwegserkrankungen
und leichte Gefäßerkrankungen. Bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
und Krampfaderleiden sollte die Sauna nur nach vorheriger
Vorstellung beim Haus- oder Badearzt aufgesucht werden. Übrigens,
zur Gewichtsreduktion eignet sich die Sauna nicht, der "erschwitzte"
Gewichtsverlust ist unbedingt durch entsprechende Zufuhr von
Getränken wieder auszugleichen!

Auf die Sauna verzichten müssen alle Patienten mit schweren
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ungenügender Funktion der peripheren
Kreislaufregulation, schweren Venenleiden, entzündlichen Erkrankungen
innerer Organe, rheumatischem Fieber, erhöhter vegetativer
Erregbarkeit, Schilddrüsenüberfunktion, chronischer Nierenentzündung,
malignen Tumoren und Epilepsie. Kreislauflabile Personen sollten
den Körper langsam an die Reiztherapie gewöhnen und sich niemals
allein im Saunabereich aufhalten.
Die Saunaverträglichkeit hängt sehr von der individuellen
Konstitution ab. Dabei spielen die Anpassungsfähigkeit des
Kreislaufsystems und die jeweilige Schweißsekretion eine wesentliche
Rolle. Prinzipiell ist folgende Abfolge eines Saunabesuches
möglich:
1. Vorwärmen des Körpers mit einem ansteigenden
Fußbad oder mit warmen Tee
2. 1. Saunagang (sitzend, untere Pritsche), 5 bis
8 min. Dauer
3. Abkühlung mittels Tauchbad oder Dusche, zusätzliche
Luftabkühlung und Ruhephase
4. 2. Saunagang (evtl. liegend, höhere Pritsche),
8 bis 10 min. Dauer
5. Abkühlung wie unter 3.
6. Nachruhe in einer Trockeneinpackung (ca. 30 min.
Dauer), reichliches Trinken
Je nach Konstitution und Saunaerfahrung können noch ein bis
zwei weitere Saunagänge hinzugefügt werden, jedoch sollte
die Dauer nicht weiter gesteigert werden. Zur Abkühlung eignen
sich auch die schon ausführlich vorgestellten Kneippschen
Kaltwasseranwendungen. Der gesundheitsfördernde Effekt wird
durch regelmäßige Saunabesuche gesteigert. Sie sollten bei
keiner aktiven Urlaubs- und Freizeitgestaltung fehlen.
|